Der EU-Führerschein bringt Europa zusammen

Mit der Einführung des EU-Führerscheins wurde zum ersten Mal europaweit eine gemeinsame Regelung in der Verkehrspolitik getroffen. Diese Maßnahme ist quasi die Grundlage für eine einheitliche Gesetzgebung, denn wie soll man Vorschriften erlassen, die für ganz Europa gelten, wenn überall andere Voraussetzungen herrschen?

Worin unterscheidet sich der Europaführerschein von der alten Fahrerlaubnis?

Das wichtigste und auffälligste Merkmal ist die Änderung der Führerscheinklassen. Die neue Führerscheinklasse M entspricht der früheren Fahrerlaubnis der Klasse 4 und berechtigt zum Führen von Kleinkrafträdern mit nicht mehr als 45 km/h Höchstgeschwindigkeit und nicht mehr als 50 ccm Hubraum. Die Klasse A1 schließt die Klasse M mit ein und gilt für Krafträder bis 125 ccm. Sie entspricht der früheren Klasse 1A. In der Klasse A schließlich sind A1 und M mit dabei, sie erlaubt wie die Klasse 1 das Führen von Motorrädern ohne Einschränkung, wobei es allerdings Beschränkungen für Führerscheinneulinge geben kann.

Für Pkw gibt es die Klassen B und BE, mit denen man Autos bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen fahren darf. Bis zu 7,5 Tonnen darf man nur mit den Führerscheinen C1 und C1E fortbewegen. Bei einem noch höheren Gesamtgewicht benötigt man die Klasse C, entsprechend der früheren Klasse 2. Für alle C-Klassen-Führerscheine wird ab dem 50. Lebensjahr alle fünf Jahre eine augenärztliche Untersuchung verlangt, sonst verliert die Fahrerlaubnis ihre Gültigkeit. Daneben existieren noch Führerscheinklassen für Busse, landwirtschaftliche Zugfahrzeuge in Fahrzeugen wie Trikes, Quads usw.

Wenn Sie den Führerschein erst kürzlich gemacht haben oder erst noch machen werden, dann erhalten Sie automatisch den EU-Führerschein. Eine Umtauschpflicht für die alten grauen und rosafarbenen Führerscheine gibt es (noch) nicht. Es ist jedoch empfehlenswert, sich den EU-Führerschein zuzulegen. Zwar werden die alten Führerscheine in Deutschland noch anerkannt, aber nicht überall in Europa sieht man das so. Darum ist es besser, vor einer Auslandsfahrt den Führerschein umzutauschen. Beachten Sie dabei, dass die Fahrerlaubnis der Klasse 3 nur auf die Klassen B und BE automatisch umgeschrieben wird. Die Klasse C1E bekommen Sie zwar problemlos, aber Sie müssen sie explizit beantragen.